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Optische Überraschungseffekte

OP-ART

Die Op-Art oder optische Kunst ist als eine Kunstrichtung zu verstehen, die mit der optischen Wahrnehmung des Betrachters spielt. Die in den 1960er Jahre aufgekommene Stilrichtung erzeugt mit Hilfe präziser abstrakter Formmuster und geometrischer Farbfiguren beim Betrachter die Vorstellung von Bewegung, Flimmereffekten und anderen überraschenden optischen Effekte. 

Dirk Salz, Robert Schaberl, Antonio Marra und Otto Scherer arbeiten mit ganz unterschiedlichen Materialien und Ausdrucksmitteln, doch ihre Kunst lässt sich im Bezug auf die optischen Effekte, die von ihren Werken ausgehen, unter einen Nenner bringen. 

Die Werke von Dirk Salz zeichnen sich durch eine glatte Oberflächenbeschaffenheit und ein besonderes Reflexionsverhalten aus. In mehreren Schichten trägt Salz Kunstharze, die er mit Pigmenten vermengt, auf den Bildträger auf. Dadurch erzielt er entweder opake oder durch das Applizieren eines Lackfirnisses hochglänzende Oberflächen. Aufgrund ihrer glatten Oberflächen bilden sich diffuse Spiegelungen auf der Bildoberfläche ab. Salz thematisiert in seinen Werken die Ambiguität zwischen der Werkimmanenten Materialität und die von der Umgebung ausgehenden Reflexionen, welche dem Betrachter je nach Lichtverhältnis und Blickwinkel ständig neue Zugänge zu seinen Werken erlauben, um so allmählich ihre vielschichtige Komplexität zu erschließen.

Robert Schaberl kennzeichnet einen Malstil, in dem Kreisformen das Hauptmotiv darstellen. Durch Reflexion, Lichtspiegelung und die Auflage mehrerer Farbschichten verändert sich die Farb-, und Raumwirkung seiner Bilder je nach Beobachtungsperspektive.

Als Vertreter der Op-Art erzeugt Antonio Marra mit Hilfe präziser abstrakter Formmuster optische Effekte. Die Besonderheit von seiner sogenannter Polyperspektivischen Malerei besteht in der lamellenartigen Struktur des Bildträgers, die von Marra polychromatisch mit reinen Farben bemalt wird. Die reliefartige Ausarbeitung der Malfläche bildet die Grundlage für die vielschichtige Wahrnehmung seiner Werke. So ergeben sich durch farbliche Überlagerungen dreidimensionale geometrische Formen. Marras Polyperspektivische Malerei kann als Weiterschreibung der Op-Art verstanden werden. In seinen Werken tritt die zweidimensionale Bildfläche in den dreidimensionalen Raum.

Otto Scherer schafft Plastiken und reliefartige Wandobjekte aus Keramik, die sich durch eine makellose Beschaffenheit ihres Oberflächenüberzuges kennzeichnen. Der Künstler beschichtet seine Werke mit Glasuren aus Wachs, Tonmineralien, Platin und anderen hochwertigen Edelmetallen. Matt oder glänzend spiegelt sich in der Oberflächenveredelung die unmittelbare Umgebung des Werkes. Je nach Lichtverhältnis und Positionierung der Kunstwerke interagieren sie unterschiedlich mit dem umgebenden Raum, es bilden sich Lichtreflexe und verzogene Spiegelungen auf ihren Oberflächen ab. Aufgrund der unebenen, konkav oder konvex gewölbten Oberfläche entstehen optische Effekte, die das Werk aus jedem eingenommenen Blickwinkel anders erscheinen lassen – diese werkimmanenten Spiegelungen, Täuschungen und Wahrnehmungsmanipulationen steuern dazu bei, dass auch einige von Scherers Werken der Op-Art zugeordnet werden.

Kunstwerke
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