Direkt zum Inhalt
Atemberaubende Bildwelten

Frauen in der Kunst

Als Schülerin von Ferdinand Hodler übernimmt Stéphanie Guerzoni bereits in den 1920er Jahren einen symbolistischen Stil; zeitgleich malt die russische Avantgarde-Malerin Elisabeth Epstein kubistisch anmutende Stillleben und Clara Porges – die Malerin des Lichtes - reiste auf den Spuren Nietzsches ins Engadin, wo sie mit einem eindrücklich modernen Duktus die alpinen Lichtstimmungen zum Ausdruck bringt. In der Gegenwart experimentiert Ute Heuer in ihrer konzeptuellen Malerei mit der Wirkung von Farbverläufen und Sabine Hertig interpretiert in ihrer Kunst das klassische Medium der Collage auf eine neuartige Weise. Es braucht kaum unterstrichen zu werden - die künstlerischen Erzeugnisse von weiblichen Kunstschaffenden haben trotz ihrer langjährigen kunsthistorischen Vernachlässigung herausragende Werke von ausserordentlicher Eigenständigkeit und meisterhafter Fertigkeit hervorbracht.

Im zeitgenössischen Kunstbetrieb bilden Künstlerinnen nicht länger eine Ausnahme - im Gegenteil; sie sind ein unentbehrlicher Teil davon. Noch um 1900 war eine Künstlerexistenz als weiblicher Lebensentwurf jedoch nur unter beschwerlichen Bedingungen realisierbar.

Zugangsmöglichkeiten zu einer künstlerischen Ausbildung blieben den Frauen weitgehend verwehrt. Bis in das 19. Jahrhundert konnte eine künstlerische Berufsausbildung für Frauen in Europa nur in einem kirchlichen, höfischen oder zünftischen Kontext – etwa eines Klosters, in Adelskreisen oder der väterlichen Werkstatt – durchlaufen werden. Künstlerisch tätige Frauen waren seit jeher im Bereich des Kunstgewerbes vertreten, doch erst im Verlauf des 20. Jahrhunderts etablierten sich neue gesellschaftliche Wertesysteme, die es auch Frauen erlaubten, an Kunstakademien zugelassen zu werden.

Diese heute beinahe als selbstverständlich geltende Errungenschaft soll mit dieser Zusammenstellung von Künstlerinnen verschiedener Epochen und Stilrichtungen hervorgehoben werden. 

Kunstwerke
Kunstwerke