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Faszination Bergwelt

Der Alpenmythos

Romantische Alpenbilder, Licht- und Schattenspiele auf Schneelandschaften, die in einer erhabenen Ruhe gehüllt sind, fotografische Genauigkeit und abstrahierte Naturdarstellungen: Die überwältigende Berglandschaft in der Schweiz bot Schweizer sowie internationalen Künstlern in der Geschichte der Malerei aber auch in der gegenwärtigen Kunstproduktion wiederholt ein eindringliches Bildmotiv, das in vielfältigen Formen künstlerische Interpretation erfuhr. Egal in welcher Ausführung – die hier vereinten Kunstwerke reflektieren die Faszination der Künstler und erlauben es dem Betrachter die atemberaubenden Berglandschaften, die einzigartigen Lichtstimmungen und die meisterhaften Kompositionen nachzuempfinden.

Die aufkommende Industrialisierung und die Frühromantik fördern die Bildung eines Alpenmythos, der die Bergwelt als reine unversehrte Landschaft begreift. Die Rezeption des Alpenraumes verlagerte sich somit vom Bild einer fremden, unerschlossenen, von Naturgewalt dominierten Welt zur verklärten Auffassung einer idealisierten Natur. Was vorher für eine unwirtliche, von rauen Bauern und gefährlichen Drachen bewohnte Wildnis gehalten wurde, begannen Maler, Reisende und Literaten als Traumlandschaft zu schildern. Die Bergmalerei etabliert sich in der Kunstgeschichte als Sujet, welches das Gebirge nicht nur als Kulisse verwendet, sondern den Berg als mystifiziertes Symbol der Reinheit und Erhabenheit darstellt.

Heute sind die Berge als Verkehrshindernis wohlerschlossen, als Kulturraum in ein gemeinsames Europa eingebunden, als Tourismusdestination frei verfügbar - dennoch hält der Mythenkomplex, den sie umwebt ungebrochen bis heute an und Künstler aus aller Welt fühlen sich nach wie vor von der majestätischen Bergwelt hingezogen.

Kunstwerke
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